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Das Körpergedächtnis – wenn der Körper sich erinnert

  • Sabrina Lehmann
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Wir alle kennen diese Momente:

Ein bestimmter Geruch, ein Tonfall oder eine Situation – und plötzlich reagiert der Körper. Das Herz schlägt schneller, die Schultern ziehen sich hoch, der Atem wird flach. Noch bevor wir bewusst verstehen, was passiert, ist der Körper schon im Alarm.

 

Dieses Phänomen nennt man Körpergedächtnis. Aber was bedeutet das?

 

Erfahrungen werden nicht nur als bewusste Erinnerungen gespeichert. Unser Nervensystem speichert auch Bewegungsmuster, Stressreaktionen und emotionale Zustände. Diese Prozesse laufen grösstenteils unbewusst ab und sind tief im impliziten Gedächtnis (das unbewusste Gedächtnis) verankert.

 

Strukturen wie die Amygdala (eine Art Alarmsystem) spielen dabei eine zentrale Rolle:

Sie bewertet Situationen blitzschnell als sicher oder gefährlich – lange bevor unser Verstand eingreifen kann. Gleichzeitig verarbeitet der Hippocampus (eine Art Erinnerungsordner) Erlebnisse als zusammenhängende Erinnerung. Wird eine Erfahrung jedoch als überwältigend erlebt, kann es sein, dass vor allem die körperliche Stressreaktion abgespeichert wird – ohne klare, bewusste Erinnerung.

 

Der Körper „weiss“ dann etwas, das wir rational vielleicht längst vergessen haben.

 

Wie zeigt sich das im Alltag?

               •             chronische Muskelspannung

               •             wiederkehrende Stressreaktionen

               •             unerklärliche Ängste

               •             psychosomatische Beschwerden

               •             das Gefühl, in bestimmten Situationen automatisch zu reagieren

 

Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Ausdruck eines intelligenten Nervensystems, das schützen möchte.

 

Die Verbindung zur integrativen Kinesiologie

 

Über den Muskeltest arbeiten wir direkt mit dem Nervensystem. Wir umgehen die rein kognitive Ebene und treten in Kontakt mit dem impliziten Wissen des Körpers. Der Muskel reagiert auf Stress – und zeigt, wo eine Erfahrung noch nicht vollständig integriert ist.

 

In der kinesiologischen Arbeit betrachten wir:

               •             Wissen darüber, wie der Körper auf Stress reagiert

               •             Das Verarbeiten von emotionalen Themen

               •             innere Sicherheit und Balance

               •             Körperwahrnehmung und Regulation

 

Ziel ist nicht, „Vergangenes auszugraben“, sondern dem Nervensystem neue Erfahrungen von Sicherheit zu ermöglichen. Denn Veränderung geschieht nicht nur durch Verstehen.

Sie geschieht, wenn der Körper spürt: Jetzt ist es sicher.

 

Warum das so kraftvoll ist 

Wenn wir das Körpergedächtnis einbeziehen, arbeiten wir ganzheitlich.

Wir sprechen nicht nur über Stress – wir regulieren ihn.

Wir analysieren nicht nur Muster – wir verändern sie auf körperlicher Ebene.

 

So entsteht nachhaltige Veränderung.

 
 
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