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Was eine Weinbergschnecke mich über Selbstfürsorge gelehrt hat

  • Sabrina Lehmann
  • vor 3 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit
Selbstfürsorge
Selbstfürsorge

Früher habe ich Weinbergschnecken, die mitten auf einem Weg unterwegs waren, manchmal aufgehoben und an einen vermeintlich sicheren Ort gesetzt. Ich war überzeugt, ich würde ihnen helfen.

Bis ich erfahren habe, dass ich ihnen damit unter Umständen genau das nehme, was sie am meisten brauchen: ihre Orientierung.


Weinbergschnecken kennen ihr Revier und finden ihren eigenen Weg. Werden sie weit umgesetzt, versuchen sie oft, dorthin zurückzukehren.

 

In meiner Arbeit als integrative kinesiologische Therapeutin erlebe ich etwas anderes: Entwicklung entsteht selten dadurch, dass jemand den Weg für uns übernimmt. Sie entsteht, wenn wir unsere eigene Orientierung wiederfinden.

 

Vielleicht fasziniert mich die Weinbergschnecke deshalb so. Sie kennt ihr eigenes Tempo. Sie versucht nicht, schneller zu sein, als sie ist.

 

Sie trägt ihr Zuhause immer bei sich. Was für ein schönes Bild dafür, dass wir unsere wichtigsten Ressourcen bereits in uns tragen.

 

Sie zieht sich zurück, wenn sie Ruhe braucht – nicht aus Schwäche, sondern aus Selbstfürsorge.

 

Sie hinterlässt eine Spur. Leise, unaufgeregt und dennoch sichtbar. Auch wir hinterlassen Spuren – in Begegnungen, in Beziehungen und in den Herzen der Menschen, denen wir begegnen.

 

Für uns wirkt sie langsam. Doch sie verschwendet keine Energie mit Hektik. Sie bewegt sich genau so, wie es für sie stimmig ist.

 

Und sie orientiert sich an ihrer Umgebung. Sie vertraut ihrem inneren Kompass.

 

In einer Welt, die immer schneller wird, erinnert mich die Weinbergschnecke daran, dass Langsamkeit kein Mangel an Fortschritt ist.

 

Vielleicht ist sie sogar eine Einladung.

Eine Einladung, dem eigenen Rhythmus wieder zu vertrauen.

Nicht ständig schneller werden zu müssen.

 

Denn manchmal liegt die größte Kraft genau darin, den eigenen Weg in seinem eigenen Tempo zu gehen.

 
 
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